Das Jubiläum ist zu Ende – es lebe das Jubiläum

Dilsberger Jahreswechsel mit Abschluss-Proklamation und Überraschung
31. Dezember 2008  -  1. Januar 2009
 

Das bewegte Jubiläumsjahr der Burg Dilsberg neigte sich dem Ende entgegen. Noch einmal strahlte die Burg in der Dunkelheit der Silvesternacht und man traf auf mittelalterlich Gewandete. Die Tuchbleichenhalle war Treffpunkt, um gemeinsam mit Freunden in geselliger Runde die letzten Stunden des alten Jahres zu verbringen. Kurz vor Mitternacht strömten aus allen Himmelsrichtungen fröhliche Leute zur historischen Bergfeste, um am Torturm gemeinsam auf die Geisterstunde zu warten und nach alter Tradition begaben sich die Dilsberger Nachtwächter zuverlässig auf den Weg, um das Neue Jahr zu verkünden.
 

Punkt Glockenschlag ließ der Dorfwaibel sein Horn zwölf Mal kraftvoll ertönen und kaum war der letzte Ton verhallt, da stimmten seine Kollegen das traditionelle Lied an: „Hört, Ihr Leut, und lasst Euch sagen: Unsre Glock' hat Zwölf geschlagen. Das alte Jahr ist vergangen, das neue hat angefangen.“
 

Der Musikzug des Turnerbundes Dilsberg spielte unter der Leitung von Walter Gunst „Großer Gott wir loben dich“ und guter Dinge wünschte man sich gegenseitig ein gutes Neue Jahr, bekräftigte seine Wünsche mit einer herzlichen Umarmung und stieß auf 2009 an.
 

Auch die Nachtwächter schüttelten unzählige Hände bevor sie mit ihren glänzenden Hellebarden und leuchtenden Laternen weiter durch die idyllische Bergfeste zogen. Obernachtwächter Erwin Lanzer lud alle Besucher zur Abschluss-Proklamation auf die Tuchbleiche ein.
 

In der „Unteren Straße“ wartete eine Überraschung auf die Nachtwächter, denn als Dank für ihren unermüdlichen Einsatz überreichte ihnen Otto Spieß einen großen Bierstiefel mit den eingravierten Namen der Nachtwächtergruppe. Erwin Lanzer und seine Mannen versprachen ihn in Ehren zu halten und nahmen reihum zum Wohl des Spenders einen kräftigen Schluck Palmbräu-Bier.
 

Große Freude herrschte auch beim Musikzug der ebenfalls einen Stiefel erhielt. Lodernde Fackeln säumten stimmungsvoll den Weg zur illuminierten Burgmauer und zusammen mit dem toll gestalteten Tuchbleichenplatz erwartete die Teilnehmer eine prachtvolle Kulisse.
 

Mit Fanfarenhall und Trommelwirbel der Musikanten des Musikzugs betrat Graf von Dilsberg (Ortsvorsteher Stefan Wiltschko), Herold (Karlheinz Streib) und Graf Boppo (Bernhard Hoffmann) den Ausruferfelsen.
 

„Der Dilsberg hat im letzten Jahr gebebt, die historische Geschichte ist wieder aufgelebt. Jetzt bleibt die Erinnerung ans spektakuläre Gaudium.“, so verkündete der Herold mit dem Verlesen der Dokumentenrolle das Ende des Burgjubiläums.
 

Der Graf von Dilsberg begrüßte seine getreuen Untertanen und dankte allen Helfern, Beteiligten, Unterstützern sowie Gästen des Burgjubiläums. Stellvertretend für alle die Verantwortung getragen hatten, nannte er die Namen der einzelnen Arbeitskreisleiter, die Stadt- und Ortsverwaltung sowie den Rhein-Neckar-Kreis.
 

Plötzlich vollzog sich Ungewöhnliches! Turnvater Jahn (Walter Gunst) erwies dem Dilsberg persönlich die Ehre und sprintete sportlich zum Felsen vor um Wichtiges mitzuteilen. Der Dilsberg muss auch 2009 nicht auf Feste verzichten, denn der Turnerbund wird 100 Jahre und seine Abteilung Musikzug 50 Jahre jung.
 

Dieses Doppeljubiläum wird gemeinsam in diversen Veranstaltungen gebührend gefeiert, teilte Vorstand Ralf Baudisch den Gästen voller Vorfreude mit und entrollte den Jubiläumsbanner. Getreu dem Motto: Das Burgjubiläum ist vorbei - es lebe das Jubiläum, erhellte ein Feuerwerk den nächtlichen Himmel.
 

In gereimten Worten entbot Graf Boppo seine Neujahrswünsche, bevor ein letzter Fanfarenhall durch die erste Nacht des neuen Jahres hallte – das Jubiläumsjahr der Burg, es war endgültig vorbei.
 

Das Helferteam der Bigband „Espressivo“ lud zum fröhlichen Weiterfeiern in die urig dekorierte Tuchbleichenhalle ein. Zur Überraschung aller zog Bernhard Hoffmann ein riesiges Schwert und bat den Herold ihm beim Anschnitt des leckeren Hefegebäcks zu assistieren, welches Bäckermeister Jürgen Gehrig gestiftet hatte.
 

Auch der Platz vor der Halle bot mit Strohballen, Schwedenfeuer und offenen Feuerstellen ein idyllisches Ambiente. Deftiges Mitternachts-Chili vom Kessel, wärmender Glühwein und andere Genüsse waren gefragt.
 

Erwartungsvoll und mit lautem Knall wurde das Neue Jahr begrüßt. Was es alles bringen mag steht noch in den Sternen, doch jetzt wurde erst einmal bis in den frühen Morgen gefeiert.
 

 

boe/bz