Nachtwächterumzug bei Mondenschein
Silvester 2003/2004

Ein Licht spendender  prächtiger Halbmond, klare Luft und  klarer Sternenhimmel waren diesmal wieder gute "Rahmenbedingungen" für einen stimmigen Verlauf des Dilsberger Nachtwächterumzugs. Diesmal wurden sicher mehr Raketen und Spezialeffekte verschossen , als in den Vorjahren. Die Jugend war damit schon auf den Beinen rund um den Dilsberg, bevor die Nachtwächter ihren Gang vom Rathaus Dilsberg aus antraten.

Dort hatte Obernachtwächter Erwin Lanzer nochmals die Regularien für ein geordnetes Ansteuern der verschiedenen Haltepunkte auf den Dorfgassen ausgegeben . Und tatsächlich, diszipliniert und in der Hauptsache mit klarem Kopf absolvierten die Wächter den Rundgang, wobei klar war, dass sie als Glücksbringer schon nach den Regeln der Höflichkeit nicht jedes Angebot zur Stärkung und Aufwärmung des Corpus abzulehnen befugt sein durften !

Und so war es am Torturm, den die Dilsberger Gemeindeväter Mitte des 19.Jh. der Ermöglichung "frischen Luftzugs" wegen niederzulegen gedachten, so , wie es immer war:

Hunderte Schaulustige von überall her drängten sich an der Jugendherberge, lauschten dem sinnigen Nachtwächterlied Punkt  24 Uhr, bestaunten das mächtige Wächterhorn des Dilsberger Korporals Gerhard Horchheimer

   

und erfreuten sich an jeder Haltestation in der Unter- und Obergasse an der Weise "Großer Gott, wir loben Dich", intoniert von der vom Frost unbeeindruckten Trachtenkapelle des Musikvereins Dilsberg, dirigiert von Walter Nußko.

 

Und alle sangen mit, wünschten sich gegenseitig ein gutes Neues Jahr, ließen das alte hinter sich und hegten die Hoffnung, dass es jetzt nur noch besser werden könne.

 

In der Untergasse wurde man bei der Station von Otto Spieß und Rainer Neumann etwas länger aufgehalten,

doch unaufhaltsam ging`s dann weiter über den Karl-Anton-Weg

 

hin zur  Endstation bei "Sonne" und "Burg". Dort wurde nochmals richtig zünftig die Nachtwächter- und Gottesweise geschmettert, wobei allenfalls dann einige Töne aus dem Wächterhorn etwas verunklärt herauskamen.

 

 

Ortsvorsteher Stefan Wiltschko sah sich bei seiner Schlussansprache etwas in Nöten, da Landesvater Erwin und Bundeskanzler Gerhard in ihren Neujahrsansprachen alles schon so wunderbar gesagt hätten und sich auch 2004 ganz gewiss um das Geld ihrer Bürger kümmern würden. Sein Rat: nicht alles schwarz oder gleich rot sehen, sondern mit Gelassenheit ins "Neue" zu gehen. Der Zug löste sich auf, die Rauchschwaden der vielen Raketen auch , deren Aufstieg und Farbenpracht danach vom Dilsberg Heimweg aus von überall her bewundert werden konnten.

Text: Stefan Wiltschko
Bilder Burkhard Zantopp