Dilsberger Nachtwächtertreffen
16.08.2003

Wie so vieles andere ist bei den Dilsberger Nachtwächtern ihr alljährliches Treffen im August Tradition. Und so war es auch in diesem Jahr: Man traf sich im Schützenhaus bei bester gastronomischer Selbstverpflegung, erging sich aber  nicht nur in alten  Erinnerungen an vergangene Unternehmungen, sondern schaute über die Dilsberger Stadtmauer  in der Zukunft.

Obernachtwächter Erwin Lanzer (Mitte) begrüßte alle anwesenden Gäste. Auch der 1. Vorstand des SSV Hans-Jürgen Schmitt (links) und Nachtwächter Klaus Werner I (rechts) sorgten für anregende Diskussionen.

Gemeint war damit nichts überwältigend Neues, aber doch Bemerkenswertes in der weiteren Entwicklung  der Dilsberger Wächterzunft. Der sie mit Umsicht leitende  Obernachtwächter Erwin Lanzer deutete dies schon in der Begrüßung zweier prominenter Vertreter der im Lande aufblühenden Nachtwächter und Türmer an.

 

In Erich Bannholzer war der Landeszunftmeister und in Blanca Knodel die Türmerin vom "Blauen Turm" in der Bad Wimpfener Altstadt erschienen. Und es war schon interessant, was da die Dilsberger Wächter erfahren konnten.

Am Dreikönigstag 2003 war aufgrund des sich ausbreitenden Nachtwächter - und Türmerwesens dessen Landesverband Baden-Württemberg aus der Taufe gehoben worden. Ob die Dilsberger Gruppe bei dem vorgegebenen Reglement aufgenommen werden kann, wird sich noch zeigen, aber erzwungen und mit aller Macht angestrebt wird da nichts von des Dilsbergs Höhn; und freundschaftliche Begegnungen unter Gleichgesinnten und Gleichtätigen ist immer möglich, wie der Grundtenor auf die Ausführungen des Landeszunftmeisters E. Bannholzer lautete. In ihm, das wurde dabei überdeutlich, haben die baden-württembergischen Nachtwächter und Türmer einen in ihrer Traditionskunst bewanderten Vertreter gefunden, der vor einiger Zeit bei einem glanzvollen  Heidelsheimer Treffen in seinem Dorf über einhundert  Wächter und Türmer aus allen geschichtsbewussten Städten Europas vereinte.

Und auch Blanca Knodel wusste, wovon sie sprach: ist sie doch die alleinige selbständige Türmerin weitum in Deutschland , welche in ihrer Person den bekannten Wimpfener Altstadtturm wieder in "echte" Wimpfener Hände zurückführte. Aus der Zufallsbekanntschaft mit  Dilsberger Besuchern auf ihrem hohen Turm erwuchs eine Freundschaft und ihre Präsenz bei diesem Dilsberger Wächtertreffen. Irgendwo im 9. oder zehnten Stockwerk steht ihr fürs Alltagsleben ein Zimmer mit 53 qm zur Verfügung, "da lernt man Ordnung"! Und immer mal wieder ca. 134 Stufen nach oben zu überwinden, das schafft nicht und das  will nicht jeder prominente Besucher, wie sie aus ihrem Erinnerungsschatz verriet.

Erstaunen rief aber auch die "Leistungsbilanz" der Dilsberger Nachtwächter in den eigenen Reihen hervor; sie wussten bis zum Vortrag von Erwin Lanzer schon selber nicht mehr, wie sie die ganzen Jahre her tüchtig waren:  Ab 1980 hatten sie alljährlich den Rundfunk und das Fernsehen zu Gast, die sich von der Echtheit der  Dilsberger Tradition überzeugen ließen; und Auftritte auf dem Heidelberger, auf dem Hambacher und anderen bekannten Plätzen rundeten all diese erstaunlich vielen Unternehmungen für den Dilsberg ab, die immer auch mit kundiger Rhetorik von Wolfgang Friederichs begleitet wurden.

 

<< Maskottchen der Dilsberger Nachtwächter

     

Dieser Unternehmungsgeist kommt aber nicht von  ungefähr: es ist Ernst Roth, der wieder ein wunderschönes Bild von der Dilsberger Burg übergab, es ist , wie Erwin Lanzer ausführte, Frans Hermans, der mit seinem neuen Band von der Geschichte der Jugendherberge Dilsberg in bewegten Zeiten  darin auch die Nachtwächtergeschichte streifte,

 

und es war und ist, so auch diesmal, Gerhard Horchheimer, der mit seiner Erzählkunst und mit der Überreichung eines ebenfalls wunderschönen Burgmodells ,aus Sperrholz und Spannplatten innerhalb von zehn Wochen erbaut, wieder etwas für seine Wächterkollegen tat und für Überraschungen in dieser Wächterrunde sorgte.

 

Ortsvorsteher Stefan Wiltschko begrüßte die Vielseitigkeit von Erwin Lanzer und überreichte ihm den Heidelberger Fassführer in japanischer Sprache.

Die Frauen der Nachtwächter sorgten für das leibliche Wohl während dem Treffen.

So war es wieder eine unterhaltsame Wächterrunde, in welche auch die Frauen "eingebunden" waren, denn Kastengeist ist den Dilsberger Wächtern fremd. Sie werden ohnehin viel Luft brauchen, wenn sie die von Blanca Knodel ausgesprochene Einladung auf "ihren Turm" später mal wahrnehmen.....

Text Stefan Wiltschko
Bilder: Burkhard Zantopp

Anwesende Nachtwächter und Gäste

 

  

 

 

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