Nachtwächter führten durch historische Altstadt
„Traumschiff“ ging in Neckargemünd vor Anker

Neckargemünd ist eine Reise wert, so lautete das Resümee von Astra Reisen, die bei ihrer Jahresabschlussfahrt einen Stopp am Neckar einlegten.
 

Nach dem Abendessen erwarteten die Dilsberger Nachtwächter die Passagiere der Flusskreuzfahrt und führten sie durch die historische Altstadt.
 

Heimatforscher Frans Hermans gab einen kurzen Überblick über prägnante städtische Gebäude sowie Begebenheiten und zum Abschluss sorgte Hans Mäser neben einem wärmenden Kürbispunsch, mit Edellikören und Wurzelbrot für einen gemütlichen Ausklang.
 

Astra Reisen bietet Flusskreuzfahrten in Europa an und die Kombination Fluss-Freizeit-Kultur hat sich bei den Teilnehmern bestens bewährt. Auf dieser Reise genossen überwiegend rüstige Senioren die gepflegte Atmosphäre an Bord des „Traumschiffes“ neben einem reichhaltigen kulturellen Programm. Die Chefin des Unternehmens, Annegret Struzyna, nahm vor ca. 3 Monaten mit Sabine Schweiger von der Touristinformation Kontakt auf, mit der Bitte, ein kleines abendliches Programm zusammen zu stellen. Nach kurzem Überlegen war der Gedanke geboren, mal eine andere Art von Stadtführung anzubieten und die Dilsberger Nachtwächter waren sofort bereit, sich auch außerhalb ihrer traditionellen Silvesterrunde, an einer abendlichen Führung zu beteiligen.
 

Am Neckarlauer, mit Blick auf das älteste Gebäude aus dem 13.Jahrhundert, das leider abgebrannte Hotel “Ritter“, in den bereits die Pfalzgrafen einkehrten, entboten die Nachtwächter zunächst ihren Willkommensgruß. Danach führte der Weg die Neckarstraße entlang, wo die Nachtwächter mit ihren leuchtenden Laternen und Hellebarden nicht nur optisch ein stimmungsvolles Bild abgaben, sondern auch zum sicheren Geleit der Gruppe beitrugen.
 

Vor dem Traditionslokal „Stadt Athen“ war zu erfahren, dass bereits 1840 Konsul Menzer einen Weinhandel mit griechischen Weinen in der Stadt betrieb. Vor dem alten Rathaus in der Hauptstraße ging Frans Hermans näher auf die Herkunft der Glocke ein, die aus der Glockengießerei Gosmann/Zimmermann stammt, ebenso wie die Bürgerglocke in Dilsberg.

Die Kleppergasse setzte nicht nur die Touristen in erstaunen, sondern auch einige der Nachtwächter. Durch dieses enge Gässchen, wo die Häuser direkt auf die Stadtmauer gebaut sind, musste man im Gänsemarsch durch, wollte man nicht riskieren hängen zu bleiben.
 

Am Marktplatz waren die alten Fachwerkhäuser genau so sehenswert, wie am Hanfmarkt das Schilderhäuschen aus dem 16. Jahrhundert.
 

Vor dem Gasthaus "Zum Schiff" verweilte die Gruppe und lauschte aufmerksam den Nachtwächtersprüchen von Edgar Ohlhauser. Als dann Dorfwaibel Gerhard Horchheimer sein Horn ertönen ließ, war man am Ende der kleinen Stadtführung angelangt. Ein zweites Hornsignal wollte der Nachtwächter lieber nicht erklingen lassen, aus lauter Sorge, dass das "Traumschiff" zu früh den Anker lichten könnte.
 

 

Zurück am Neckarlauer wurden die Gäste mit einem wärmenden Kürbispunsch, mit Edellikören und Wurzelbrot erwartet.
 

Die Dilsberger Nachtwächter verabschiedeten sich mit ihrem obligatorischen vorgezogenen Silvestergruß und standen dann für ein gemeinsames Foto-Shooting zur Verfügung.
 

Selbst die Einheimischen fanden Gefallen an dieser außergewöhnlichen Führung und blieben teilweise staunend sowie bewundernd stehen. Neckargemünd im Dunkeln, im Laternenlicht der Nachtwächter, eine völlig neue, idyllische Sichtweise.


boe/bz  02.11.2004

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