Sommerfest
bei den Dilsberger Nachtwächtern


13. August 2005

v.l. Hermann Mayer, Obernachtwächter Erwin Lanzer, Klaus Werner, Erich Bannholzer (Heidelsheim), Wolfgang Seidl, Blanca Knodel (Bad Wimpfen), Ortsvorsteher Stefan Wiltschko, Heike Seidl, Gerhard Horchheimer.
 

Arbeit und Feiern wissen die Dilsberger Nachtwächter immer gut miteinander zu verbinden. So auch beim jetzigen Sommerfest in der Schützenklause im kühlen Bannholzwald. Dort konnte Obernachtwächter Erwin Lanzer in seinem Rechenschaftsbericht ein beachtliches Pensum vortragen, das die Dilsberger Nachtwächter aus reinem Spaß und echter Überzeugung bei  ihrer Traditionspflege in den letzten Monaten abgeleistet hatten.

Waren sie eigentlich von jeher darauf konzentriert, eben dieser Einstellung wegen in Erinnerung an ihre knorrigen Vorfahren aus dem urigen Bergnest nur in der Neujahrsnacht durch Dilsbergs Gassen mit Hellebarden und Sturmlaternen zu flanieren, so sind nun die Dilsberger Nachtwächter ihres guten Rufs und ihrer Originalität wegen "Opfer" ihrer Neujahrsauftritte geworden. Erwin Lanzer hatte da eine ganze Liste ihres zwangsläufig über die Stadtmauer ausgedehnten Engagements aufzublättern: Altstadtführung in Neckargemünd mit Frans Hermans an der Spitze, Präsenz beim Nachtwächtertreffen auf Landesebene in Weil der Stadt, Reichsstadtfest in Heidelsheim bei Bruchsal, Dilsberger Ortsführung für Schulklassen aus der Jugendherberge, Umrahmung des Neckar-Odenwald-Reisetags in Eberbach und der "Tour de Ländle" durch Neckargemünd unter den Pulks von Radfahrern. Und immer wieder sind die Dilsberger Nachtwächter für Aufnahmen im Fernsehen begehrt.

Aber, und das verdeutlichte der Obernachtwächter unmissverständlich: wir heben nicht ab, wir wissen um unsere Wurzeln auf dem Dilsberg.

Und schließlich erwachsen den örtlichen Nachtwächtern aus dieser Kulturpflege größere Pflichten. Hellebarden und Sturmlaternen sind weiter historisch getreu "aufzurüsten", und weil die Nachtwächter als Persönlichkeiten von Gewicht bei Auftritten zur Sommerszeit so ihre Beschwerlichkeiten haben, waren neue "Sommerkostüme" zu schneidern; Sturmapplaus für Heike und Wolfgang Seidl, die hier eine Unmenge Zeit investierten, damit die so neu Eingekleideten auch unter sengender Sonne problemlos ihrem Wächteramt nachgehen können.

Dass die Dilsberger Nachtwächter in ihrem Tun auch "von außen"  beobachtet werden, ist eben eine Folge ihrer Auftritte. Das wurde auch deutlich durch die mehrmalige Präsenz von Erich Bannholzer (Heidelsheim), dem Zunftmeister des Landesverbandes Baden-Württemberg für Türmer und Nachtwächter. Er ist mit den Dilsberger Wächtern in guter Freundschaft verbunden, war auch auch diesmal beim Sommerfest dabei, zusammen mit Blanca Knodel, die damit diesem Treffen eine besondere Note verlieh. Kennt sie sich doch als Türmerin im Blauen Turm zu Bad Wimpfen im Türmer- und mittelalterlichen Wächterwesen und mit der längsten Tradition eines Turmwächters im Lande  bestens aus und kann die sie in luftiger Höh besuchenden Touristen aus eigener Erfahrung mit den beengten Lebensverhältnissen von damals vertraut machen.

Sie übergab E. Lanzer einen historischen Stich ihrer Heimatstadt, als freundschaftliche Gegengabe konnte sie ein prächtiges Blashorn entgegennehmen. Und Zunftmeister E. Bannholzer bestätigte mit drei Urkunden die Aufnahme der Dilsberger Nachtwächter Gerhard Horchheimer, Hermann Mayer und Klaus Werner I in den Landesverband, der z.Bsp. beim diesjährigen Landesheimattag in Schorndorf auftreten wird.
 

Ernst Roth hatte sich für die Dilsberger Nachtwächter eine besondere Überraschung einfallen lassen. Der bekannte Dilsberger Künstler, der auch viele Schützenscheiben gemalt hat, überreichte dem Obernachtwächter Erwin Lanzer ein Gemälde vom Dilsberger Kommandantenhaus, für welches die Nachtwächter mit Sicherheit ein geeignetes Plätzchen finden werden. Die Heidelsheimer Nachtwächter-Tracht vom Zunftmeister Erich Bannholzer wurde von Heike Seidl verglichen und einer kritischen „fachmännischen“ Begutachtung unterzogen.
 

Edgar Ohlhauser führte dann die schmucke, von H. Seidl geschneiderte Sommertracht mit dem Dilsberger Wappen vor, untermalt mit einem stimmungshaften Gedicht über den Dilsberg. Ein weiteres Kunstwerk aus dem Nachtwächterleben hatte Thomas Kober "gezimmert", das nun die Zusammenkünfte der Dilsberger Traditionspfleger zieren wird. Ein weiterer Höhepunkt dann der Auftritt von Landeszunftmeister Erich Bannholzer in Nachtwächtertracht und dem Lied: "Menschenwachen kann nichts nützen, Gott muss wachen, Gott muss schützen"... Ortsvorsteher  Stefan Wiltschko dankte bei

Schluss des "amtlichen" Abendprogramms Erwin Lanzer und seinen Nachtwächtern für ihren stetigen Einsatz auf dem Feld der dörflichen Kultur, wozu auch gehört, dass die Dilsberger Trachtenkapelle und der TB Musikzug den Nachtwächter- und Neujahrsumzug mit Posaunen und Trompeten alljährlich abwechselnd stimmungsvoll begleiten. Dabei unbeeindruckt von Temperaturen, die auch schon mal den Bläsern und Bläserinnen den Atem gefrieren ließen...!
 

stw/bz