Einmaliger Abendbummel stieß auf große Resonanz

Dilsberger Nachtwächter führten ans „Licht am Ende des Tunnels“
7. Mai 2010
 

Der Abendbummel am ersten Freitag im Monat hat sich in Neckargemünd etabliert und ist für besondere Programmpunkte bekannt. Doch was die Vorstandschaft des Gewerbevereins dieses Mal auf die Beine stellte, darf ohne Übertreibung als einmaliges Ereignis bezeichnet werden. Ein „Tunnelspaziergang“ durch den für den Verkehr noch nicht freigegebenen Tunnel, brachte nicht nur Neckargemünder auf die Beine und stieß auf enormes Interesse.
 

Der Weg führte die Dilsberger Nachtwächter mit ihren Hellebarden und leuchtenden Laternen zu einer ganz speziellen Führung in die Kernstadt. Bereits eine halbe Stunde vor der ersten Öffnung wuchs die Menschenmenge am Durchgang beim „Profi-Markt“ gewaltig an und die Leute warteten am Bauzaun geduldig auf den großen Moment. Unter den Teilnehmern weilte auch Landrat a.D. Dr. Jürgen Schütz, in dessen Amtszeit das Bauprojekt realisiert wurde, mit seiner Gattin Gisela, der Namenspatin des Tunnels.
 

Pünktlich ertönte das große Nachtwächterhorn und Gisela Schütz öffnete das Band am Tor. Einradfahrer des TV Neckargemünd vorneweg, führten die Nachtwächter durch den illuminierten Tunnel.
 

400 Kerzen funkelten in dem 400 Meter langen, 7 Meter hohen und 9,50 Meter breiten Prachtwerk und sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Von diesem Ereignis inspiriert marschierte mittendrin Performancekünstlerin Myra Peschkowa und ließ spontan, wie bei einem Ritual, ihre Trommel erklingen und sang russische Lieder.
 

Begeisterung machte sich breit und hin wieder wurden Erinnerungsfotos geschossen. Seit dem Baubeginn 1999 mit unerwarteten Verzögerungen und dem Start der bergmännischen Arbeiten sieben Jahre später, war viel passiert.
 

Erstmals konnte sich die Bevölkerung vor Ort davon überzeugen, das Licht am Ende des Tunnels ist in Sicht.
 

In signalfarbenen Warnwesten achteten Mitglieder des Gewerbevereins auf einen ordnungsgemäßen Ablauf sowie die Sicherheit der Teilnehmer, die begeistert das andere Ende erreichten, wo sie vom Deutschen Roten Kreuz Neckargemünd/Wiesenbach und der Freiwilligen Feuerwehr Neckargemünd freundlich empfangen wurden.
 

Die Rettungsdienste machten mittels Flyer auf ihre Arbeit aufmerksam und warben um Fördermitglieder. Rege Aufmerksamkeit weckte der Rettungswagen samt Inventar des DRK. Begeistert nahmen Kinder im Wageninneren Platz und ließen sich die Funktionen erklären.
 

Die zweite Führung startete eine Stunde später und übertraf ebenfalls die Erwartungen. Es war zwar nicht mehr die große Masse wie zu Beginn, jedoch begehrten auch um 19:30 Uhr noch mehr als 500 Teilnehmer Einlass.
 

Am Ausgang standen die Nachtwächter Spalier und waren ein begehrtes Fotomodell. Insgesamt nutzten über 2.000 Menschen die Gelegen- heit des Tunnelspaziergangs und waren voll des Lobes über diese gelungene Idee.
 

Die Organisation lag einmal mehr in den Händen der unermüdlich wirkenden Sabine Schweiger. Dank der großen Unterstützung seitens der Stadt und Schirmherrn Bürgermeister Horst Althoff sowie der positiven Zusammenarbeit mit „Tunnelbaumeister“ Krauß vom Rhein-Neckar-Kreis, war es gelungen die Genehmigung für diese Veranstaltung zu erhalten.
 

„Es ist gigantisch!“, fasste ein Helfer die überwältigende Resonanz beim Tunnelspaziergang zusammen. Der Einsatz hatte sich gelohnt „Da macht das Herz Sprünge!“ Sprach´s und machte sich gemeinsam mit weiteren Helfern an die Arbeit, um die aufgestellten Kerzen im Tunnel wieder einzusammeln.
 

Die Bevölkerung nutzte die einmalige Gelegenheit und durchquerte zu Fuß durch den Tunnel. Die Idee und Umsetzung des Gewerbevereins war eine gelungene Aktion und brachte eine Stadt auf die Beine.

 


 



 

 

Text: bo
Bilder: bz

 

Daten:
Die Umgehung der Kernstadt von Neckargemünd ist das umfangreichste Projekt an einer Kreisstraße in der Geschichte des Rhein-Neckar-Kreises – seit 1999 wird hier gearbeitet.

Der Tunnel besteht aus einer Röhre mit 2 Fahrspuren. Die Röhre wird im Gegenverkehr betrieben. Die Auslegung erfolgte auf eine Verkehrsgeschwindigkeit von 50 km/h. Die Herstellung der Röhre erfolgte 195 m in bergmännischer Bauweise und 190 m in offener Bauweise. Die lichte Breite des Bauwerks beträgt 9,50 m inkl. der 1,0 m breiten Notgehwege und 0,25 m breiten Markierungsstreifen. Im Bereich der offenen Bauweise ist auf der Nordseite ein parallel zum Tunnel verlaufender Fluchttunnel mit Fluchttreppenhaus angeordnet. Die Versorgung des Tunnels erfolgt aus einer Betriebszentrale, die oberhalb des Tunnels angeordnet ist.

Quellen:
www.noe.de  www.gackstatter.de