Sommerfest der Nachtwächter in familiärer Runde

Positive Jahresbilanz und neue Motivation für kommende Aufgaben

22. August 2009
 

Beim Betreten des Dilsberger Schützenhauses wurde schnell deutlich, hier tagen heute die Nachtwächter, denn inmitten einer großen quadratischen Tafel zeigten vier Hellebarden auf einen weißverkleideten kleinen Tisch, auf dem eine Nachtwächterlaterne leuchtete. Obernachtwächter Erwin Lanzer begrüßte seine getreuen Kollegen mit ihren Frauen sowie Freunde und Förderer zum 12. Sommerfest und freute sich sehr, dass auch der baden-württembergische Zunftmeister Erich Bannholzer mit seiner Frau und Blanka Knodel, die Türmerin aus Bad Wimpfen, auf den Dilsberg gereist waren.
 

Zu Beginn seiner kurzen Rede dankte der Obernachtwächter als allererstes den Frauen für ihre vielfältige Unterstützung sowie allen engagierten Helfern, Spendern und Unterstützern. In prägnanter Form blickte er auf das vergangene arbeitsintensive Jahr zurück. Neben der Teilnahme am „Historischen Markt“ im Rahmen der 800 Jahrfeier, der Weihnachtsmeile sowie dem Silvesterumzug, nahmen Abordnungen am Zunfttreffen in Bretten, einem Auftritt in Bischofszell (Schweiz) und gemeinsam mit dem Musikverein Trachtenkapelle Dilsberg in Schweden teil.
 

Daneben verzeichnete die Chronik 17 Führungen durch die Bergfeste mit 450 Schülern die in der Jugendherberge weilten. Er dankte seinen Mannen für den vermehrten Einsatz und gab der Hoffnung Ausdruck, dass der Spaß nicht verloren gehe. Aus besonderem Anlass überreichte er Nachtwächter Wolfgang Seidl, der mit seiner Frau den 40. Hochzeitstag feierte, einen Parkausweis mit der Aufschrift „Historischer Nachtwächter im Einsatz“.
 

Zunftmeister Bannholzer schmunzelte, dass seine Prophezeiung so schnell eingetreten ist, denn durch ihre Führungen seien die Dilsberger Nachtwächter inzwischen weltweit bekannt. Stolz äußerte er sich darüber, dass sie immer da sind, wenn er sie benötige. Er selbst habe in seiner 25-jährigen Tätigkeit bisher 160.000 Kilometer für die Erhaltung dieser Tradition zurückgelegt und versprach: „So lange ich krabbeln kann, komme ich hier rauf zu euch, zumal mich die Anfahrt über meinen „Ehrenweg“, den Bannholzweg, führt.“ Mit Freude war auch Türmerin Blanka auf den Berg geeilt und hatte ihren Kollegen ein Fläschchen Schnaps mitgebracht. Frohgelaunt sprach sie eine Einladung aus: „Für mich war es eine Liebe von Anfang an und ich würde mich saumäßig freuen, wenn ihr zu mir auf den Blauen Turm kommt.“

 
Nach einem gemeinsamen Essen saß die große Nachtwächterfamilie noch lange in gemütlicher Runde zusammen, blätterte in Fotoalben und erzählte so manch lustige Anekdote aus dem bewegten Leben eines Nachtwächters.
 
Text: boe
Bilder: bz