Sommerfest
bei den Dilsberger Nachtwächter

18. August 2007

Alljährlich im terminfreien Monat August treffen sich die Dilsberger Nachtwächter zu einem Sommerfest, welches aber stets mit einer "Arbeitsrunde" und mit der Präsentation erlesener Essenspreziosen verbunden ist. Ehrensache ist es dabei für die Nachtwächter, dass dabei nicht die Frauen bedienen müssen, sondern einmal mit diese kulinarischen Köstlichkeiten - diesmal von Eduard Kismann - selber bedacht werden!

 

So konnte Obernachtwächter Erwin Lanzer bei der diesjährigen Vigilantenzusammenkunft der Stadtmauerwächter im Schützenhaus unter der neuen Wächterfahne die wetterfesten Zunftvertreter begrüßen. Wunderschön geschneidert hatte sie Heike Seidl und komponiert aus den Bestandteilen der Dilsberger Nachtwächtertracht: Sturmmantel, Dreispitz, Laterne und Hellebarde. Grüßen soll diese Fahne dann 2008 die Gäste bei zwei Großereignissen auf dem Berg: bei der Proklamation des Jubiläumsjahres für die Burg in der Neujahrsnacht, und dann am 5./6. Januar 2008, wenn die baden-württembergische Landeszunft der Nachtwächter und Türmer in die Mauern der Bergfeste einzieht. Ein repräsentatives Symbol dafür konnte Erwin Lanzer schon vorstellen: einen dekorativen Redner-Pult des Landeszunftmeisters.
 

Erwin Lanzer informierte über den Ablauf der die Proklamationsfeierlichkeiten zur Mitternacht an Neujahr. Und Oberschützenmeister Gerhard Horchheimer gab einen Abriss zum Ablauf des baden-württembergischen Treffen an Dreikönig. Es kommt also einiges auf die Dilsberger Nachtwächter zu, die sich mit ihren bewährten organisatorischen Fähigkeiten und Zuverlässigkeit einen guten Namen bis weit draußen im Land gemacht haben. In Gerhard Horchheimer, Klaus Werner I und Herrmann Mayer haben sie drei Landesdeputierte in ihren Reihen, welche nach allen Himmelsrichtungen für den Dilsberg präsent sind. So weilten sie kürzlich bei Nachtwächtertreffen in Weil der Stadt, Marbach, Eppingen, Heidelsheim; und sie streckten sogar bis in die Schweiz, im idyllischen Bischofszell irgendwo zwischen Konstanz und St. Gallen mit einem Oberhaupt namens Bischof, internationale Fühler aus.
 

Doch bleiben die Dilsberger Wächter bei aller Ausdehnung ihrer Kontakte und Aktivitäten bodenständig und Bestandteil auch der diesjährigen Dilsberger Weihnachtsmeile. Und sie binden auch schon frühzeitig die Jugend ein: dem 10-jährigen Lars Heinzelmann war die Freude anzusehen, dass er, der bereits schon fast vollständig als Nachtwächter ausgerüstet ist, ein schönes weiteres Nachtwächterutensil bekam! Auch 2007 hatte der Dilsberger Nachtwächterkreis immerhin schon sechsundzwanzig Führungen in der Feste für Touristen und Kindergruppen absolviert, die sich von der Erzählkunst der Wächter in frühere und gar nicht so romantische Zeiten auf dem Berg entführen ließen. Hier kann besonders Frans Hermans aus seinem reichen Fundus von Ortskenntnissen schöpfen, denen sich aber dann auch die anderen Wächter anschließen können. Dies wurde von Ortsvorsteher Stefan Wiltschko gerne anerkannt, der auch eine Brücke zu den Heidelberger Schlossnachtwächtern schlagen wird. Voneinander lernen, gemeinsam Vergnügen und Freude an gemeinsamer Kulturpflege haben, soll dieses Treffen zwischen der Neckarmetropole und dem Neckarhügel bestimmen.
 

stw/bz