Nachtwächter bei einer Führung in der Bergfeste mit Gästen der Jugendherberge.

Jahrestreffen

der
Dilsberger
Nachtwächter

5. August 2006


 
 
 

Das "Geschäftsjahr" bei den Dilsberger Nachtwächtern hat zwei etwas kuriose Fixpunkte: Es läuft von Jahr zu Jahr immer vom August bis zum August ! Das Jahrestreffen dieser Gruppe schafft in diesem terminarmen Monat keine Probleme, sondern lässt Zeit zur Besprechung des Jahresprogramms und zur Rückschau.

"Stoff" dazu gab es beim diesjährigen Nachtwächtertreffen im SSV-Schützenhaus zur Genüge: Obernachtwächter Erwin Lanzer konnte bei seiner Jahresbilanz von immerhin neun Auftritten im ganzen Land berichten; und die Anzahl von Führungen im Ort, diesmal waren es schon sechzehn, wächst auch nicht ohne Grund. Bringen es doch die Nachtwächter, auch bei Sommerhitze eisern mit dicken Mäntel gewandet, mit ihrem Auftreten und mit dem Erzähltalent von Frans Hermans fertig, plakativ die Lebensverhältnisse auf dem "Berg" in der gar nicht so guten alten Zeit vorzuführen. Und auch im Restjahr 2006 warten auf die wackeren Wächter vom Berg einige Verpflichtungen: Auftritte sind fällig in Schwäbisch Hall, auf dem Cannstatter Wasen und in der Nachbarschaft beim Festzug in Waldwimmersbach im September. Dieses Programm ist neben dem sonstigen Vereinsalltag nur realisierbar über einen von Kameradschaft geprägten Zusammenhalt, worauf Erwin Lanzer stets hinzuweisen nie müde wird.

Heike Seidl erfuhr besonderes Lob: Sie stickte in Feinarbeit für "ihre" Wächter ein "Erkennungswappen" mit dem Pfälzer Löwen. Reihum ging ein dicker Ordner von Gerhard Horchheimer mit einer reichhaltigen Dokumentation vom Dilsberger Nachtwächterleben. Das älteste Foto von einer Nachtwächtergruppe geht auf das Jahr 1928 zurück, aufgenommen in der "Burg". In Erich Bannholzer von Bruchsal-Heidelsheim war im Schützenhaus eine Nachtwächterprominenz besonderen Rangs vertreten: Hat doch dieser Landeszunftmeister von der Türmer- und Nachtwächtergilde historischer Orte seinen Anteil daran, dass die Dilsberger Wächter im baden-württembergischen Landesverband vertreten sind. Und auch beim Dilsberger Ortsleben ist dieser markante Vertreter der nächtlichen Stundenausrufer immer mal wieder dabei, so bei der Weihnachtsmeile 2005.


Dilsberger Nachtwächter auf der Weihnachtsmeile 2005.

Da zog er Aufsehen und Aufmerksamkeit an sich mit seiner persönlichen Bewaffnung, einer "Saufeder" vom 16.Jh., aus dem Bauschutt des Verlieses im örtlichen "Katzenturm" gezogen! Erwin Lanzer konnte ihm vom Dilsberger Auftritt ein wunderschönes Großfoto als Dank und Erinnerungsgabe überreichen, was der so Bedachte erwartungsgemäß mit einigen Worten sinnigen Humors konterte.


Dilsberger Nachtwächter im Viernheimer Rhein-Neckar-Zentrum, zu dem Thema „Nibelungenland - wo Orte Geschichten erzählen“.

Ortsvorsteher Stefan Wiltschko dankte den Nachtwächtern für ihr stetes Engagement im Ort und erinnerte an Zeiten, als sie in Ermangelung einer Bekleidung sogar auf Husarenuniformen zurückgegriffen hatten ! Das ist jetzt alles anders geworden, Ausrüstung und Kleidung für öffentliche Auftritte wurden ständig aufs Historische hin verbessert. Bei soviel Arbeit waren die Nachtwächter mit ihren Frauen im Schützenhaus zum Feiern und zur Unterhaltung "berechtigt", was sie mit Blick auf neue Taten im neuen "Geschäftsjahr" denn auch taten.

 


 

stw/bz