Obernachtwächter Erwin Lanzer (re) verpflichtet den „Neuen“ Wolfgang Seidl (li) und überreicht ein "Stimmungsbild" von Ernst Roth mit Autogrammen seiner neuen Kollegen.

Nachtwächtersitzung

18. März 2006

Ein schöner Erfolg war den Dilsberger Nachtwächtern bei ihrer Teilnahme an der Weihnachtsmeile 2005 beschieden. Der Verkaufsstand schloss mit einer guten Bilanz ab; noch wichtiger und erfreulicher für die Nachtwächter, die sich wieder zu ihrer regelmäßigen Sitzung im Sportschützenheim getroffen hatten, war aber die Akzeptanz, die sie während dieser Veranstaltung bei ihrem Rundgang über die Straßen und beim Auftritt des Landeszunftmeisters in perfekter Nachtwächtertracht und Saujagdlanze auslösten. Erich Bannholzer aus Bruchsal war da unbestritten der große Star. Aber die Dilsberger Nachtwächter bleiben auch bei ihrer "Alltagsarbeit" ständig gefragt, wie Obernachtwächter Erwin Lanzer in seinem Bericht und Jahresprogramm für 2006 ausführte. Beliebt sind da besonders die Führungen für Schulklassen und Kindergruppen in der Jugendherberge Dilsberg.

 

Da nutzen die Wächter die Gelegenheit zum "hautnah" erfahrbaren Geschichtsunterricht über die Lebensverhältnisse des Dilsberger Dorfes im Mittelalter. Dabei ist es Frans Hermans, der hier pädagogisches Geschick und ein fundiertes Ortswissen für sein junges und wissbegieriges Publikum miteinander verbindet. Präsenz wollen und müssen die Nachtwächter vom Berg 2006 aber auch zeigen bei Anlässen wie dem Turmjubiläum in Bad Wimpfen, beim Zunfttreffen in Schwäbisch Hall, auf dem Cannstatter Wasen beim großen schwäbischen Volksfest, am Neckargemünder Neckarlauer bei der Sendung "Fahr mal hin", und beim Festumzug in Waldwimmersbach im Rahmen des 700-jährigen Ortsjubiläums. Aber auch für "normale" Burg- und Ortsführungen ist sich die Nachtwächtergruppe nie zu schade, wenn es z.B. gilt, im Sommer eine 50-köpfige Touristengruppe aus Walldürn vom Landgasthof "Die Rainbach" auf den mauerumkrönten Neckarhügel zu begleiten.

Ein solches dicht gepacktes Programm fordert natürlich ein besonderes Pflichtgefühl der Akteure und auch die ständige Verbesserung der Ausstattung. So wurde in Wolfgang Seidl von Erwin Lanzer ein "Neuer" auf den Tätigkeitsbereich der Nachtwächter verpflichtet; er erhielt das "Stimmungsbild" von Ernst Roth mit einer wunderschönen Abbildung der Nachtwächtergruppe unterm Vollmond am Torturm. Die Verpflichtungsformel beinhaltete die Leitlinie der Dilsberger Gruppe, auch bei schlechtem Wetter aufzutreten, die Auftritte also nicht als bloße Show und Folklore zu sehen. Heike Seidl ist immer dabei, die Nachtwächterkleidung historisch gerecht aufzuarbeiten, so warten neue "Schlapphüte" auf die Wächtergesellen, die ihre Einnahmen im übrigen für die Beschaffung von Hellebarden und Laternen verwenden.

Gerhard Horchheimer trug in spaßiger Form gekonnt ein Gedicht über Wesen und Funktion einer "Turmuhr" vor; ihm stand darin Erwin Lanzer nicht nach, als er die spezielle Philosophie und Lebenshaltung der Nachtwächter in Versform vortrug. Und die Einladung der Wächter durch die Ortsverwaltung zu einer zünftigen Abendveranstaltung in einem historischen Dilsberger Gemäuer wurde als notwendige Stärkung auf das aufwändige Jahresprogramm 2006 gerne angenommen.
 

stw/bz